„Mit Liebe gemacht“ – impulse mit Nachwuchs

Schöne Nachricht: Wir wachsen! Es gibt im Team (mal wieder) Nachwuchs. Und einen impulse-Strampler: „Mit Liebe gemacht“.

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Achterbahn-Gedanken: „Nur das Gute bricht sich Bahn und hält sich auf der Höhe“

Ja, es war eine Premiere. Zum ersten Mal in meinem Leben – ich weiß auch nicht, warum es so lange gedauert hat – war ich auf einer Achterbahn. Kaum war ich im Europa-Park (http://www.europapark.de/) angekommen – ein paar Stunden vor den impulse-Lesern, die wir zum Netzwerktreffen erwarteten – saß ich mit einer Kollegin, die es kaum erwarten konnte („Was ich am Fliegen am meisten liebe, sind die Luftlöcher!“), festgeschnallt in einem metallenen Wagen, wurde bei atemberaubender Geschwindigkeit in einen Sitz gedrückt, stürzte in die Tiefe, jagte wieder in Höhe und landete irgendwann mit beiden Beinen wieder auf fester Erde: erleichtert und zugleich neugierig auf all die anderen Achterbahnen, die die Inhaberfamilie Mack im Laufe von Jahrzehnten aufgebaut hat. Allein im Europa-Park sind es elf verschiedene.

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Wer hätte gedacht, dass ich – als Speed-Novize – nach zwei Tagen in Rust so vom Europa-Park schwärmen würde. Dass die Achterbahnen spektakulär sein würden, hatte ich fast erwartet (oder befürchtet?) – und nach wenigen Minuten genossen. Was mich aber in gleichem Maße faszinierte, war der Unternehmergeist, der hier an allen Ecken und Enden zu spüren war. Es ist eben etwas Besonderes, wenn es einem Familienunternehmen gelingt, mehr als 230 Jahre lang nicht nur zu überleben, sondern immer wieder neue Märkte zu erobern: vom Hersteller von Fuhrwagen und Postkutschen, dem Wagenbau für Schausteller und Zirkusleute …

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… über die Konstruktion der ersten Achterbahnen (1921), die Gründung eines Freizeitparks (1975) bis zum Einstieg ins Hotel- (1995) und Konferenzgeschäft (1998). Inzwischen haben die Macks einen weiteren Markt entdeckt: 2011 haben sie ihren ersten Animationsfilm gedreht. Schon gibt es Pläne für einen neuen, riesigen Wasserpark. 2014 ist das bislang erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte der Macks, und ein Ende ist nicht abzusehen: Neben Roland und Jürgen Mack, der siebten Generation, sind inzwischen auch die Söhne in der Geschäftsführung vertreten: Michael und Thomas Mack.

Egal welche Firma ich besuche (und ich besuche sehr viele…), ein Gedanke schießt mir immer durch den Kopf: Was könnten wir als Verlag davon lernen? Spätestens am nächsten Morgen, als wir uns im Schwarzwaldstädtchen Waldkirch die Firma Mack Rides anschauten, wo alles seinen Anfang nahm und bis heute die Achterbahnschienen gebaut werden (auf dem Foto unten: Mack-Rides-Geschäftsführer Christian von Elverfeldt) …

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… drängte sich eine Antwort auf: Es ist die seltene Kombination aus Herstellung und Dienstleistung, die nicht nur für die Familie Mack zu einem Alleinstellungsmerkmal in der Branche geworden ist, sondern auch für Medien attraktiv sein kann. Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt viele Verlage, die irgendwelche, oft willkürliche Nebengeschäfte aufbauen, um die Verluste des erodierenden Kerngeschäfts auszugleichen. Was ich dagegen meine, ist die Chance, all das, was man recherchiert und veröffentlicht, selbst zu praktizieren – und dadurch eine sehr viel höhere Glaubwürdigkeit zu erlangen. Wir versuchen dies zumindest in Ansätzen: Unsere Titelgeschichte zum Preismanagement hat im Sommer dazu geführt, dass wir unsere eigenen Preise verändert haben. Seit unseren Recherchen zur Kinderbetreuung in Firmen haben wir ein eigenes Kinderzimmer im Verlag eingerichtet; nach der Geschichte zum Kundenfeedback haben wir eigene Fragebögen eingeführt (die bislang aber noch zu schlecht angenommen werden), und da wir – um ein weiteres Beispiel zu nennen – das Gefühl haben, im Social-Media-Marketing noch zu wenig zu machen, recherchieren wir in diesem Feld gerade sehr intensiv und bringen dazu im Frühjahr wahrscheinlich eine Titelgeschichte. Im Kern geht es also um Glaubwürdigkeit und Qualität: Wie belastbar ist das, was wir recherchieren?

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Zurück auf die Schienen: Eigentlich ist der Europa-Park ja ein gigantischer Showroom für die Produkte, die die Macks herstellen – immer wieder kommen Delegationen, um sich die Achterbahnen und andere Attraktionen anzuschauen, inzwischen auch von Disney. Niemand sonst in der Branche profiliert sich neben der Produktion zugleich als Dienstleister. „Wir sind das einzige Unternehmen, das beides hat“, sagt Europa-Park-Gründer Roland Mack. „Das ist ein unbezahlbarer Vorteil.“ Nur hat sich der neue Zweig in den vergangenen Jahrzehnten so erfolgreich entwickelt, dass er die Produktion heute in den Schatten stellt. Der Umsatz mit Dienstleistungen zumindest übersteigt den der Herstellung inzwischen um ein Vielfaches.

Dass sich die Macks angesichts der Erfolge zurücklehnen, ist unwahrscheinlich. „Wir haben noch viele Ideen!“, sagt Michael Mack, der Ehrgeiz ist groß. Im Museum auf dem Firmengelände findet man dazu einen Leitspruch des Vorfahren Heinrich Mack aus dem 19. Jahrhundert: „Nur das Gute bricht sich Bahn und hält sich auf der Höhe.“

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Was Menschen antreibt: „Knete“

Schade, dass die Banken – hier in der Innenstadt von Münster – immer noch nicht verstanden haben, dass Geld kein Selbstzweck ist…

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impulse: Die drei größten Fehler seit dem MBO

Am Dienstagabend, kurz vor unserer Fehler-Konferenz in Düsseldorf (siehe http://www.impulse.de/management/tipps-aus-der-impulse-konferenz-das-koennen-sie-aus-fehlern-lernen), zu der 180 Teilnehmer strömten, schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Wie können wir als Unternehmermagazin zu einer Fehler-Konferenz einladen und zugleich zu den Fehlern schweigen, die uns seit dem Management-Buy-out Anfang 2013 unterlaufen sind? Können wir natürlich nicht. Was also, fragte ich mich, ist unternehmrisch schief gelaufen? Oder: Was waren die größten Fehler?

Ich musste nicht lange überlegen. Vor allem drei Dinge schossen mir in den Kopf, die ich am nächsten Morgen aufgriff, als ich die Konferenzteilnehmer im Alten Kesselhaus in Düsseldorf begrüßte (siehe unten die Visualisierung durch Martina Grigoleit, http://www.martinagrigoleit.de):

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1. Mangelnde strategische Klarheit

Wer heute, mehr als anderthalb Jahre nach unserem Neustart, in den ursprünglichen impulse-Business-Plan schaut, wird sich wundern: So präzise wir damals Kosten und Erlöse zusammengetragen und prognostiziert haben, so unpräzise waren wir bei der Beschreibung unserer Strategie. Letztlich schrieb der Business-Plan in großen Teilen nur das weiter, was wir über Jahre hinweg mit Erfolg getan hatten – ein Unternehmermagazin herauszugeben und es mit neuen, margenträchtigeren Nebengeschäften zu ergänzen. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis wir uns von all dem (gedanklichen) Ballast der Vergangenheit befreit hatten. Was wir heute tun, uns als fairer Dienstleister mit hoher Qualität zu profilieren, hat vom Selbstverständnis kaum mehr etwas mit einem traditionellen Magazinverlag zu tun. Nur: Warum musste es so lange dauern, um diese Klarheit zu erlangen – und damit eine ganz andere Grundlage für unternehmerische Entscheidungen? Wahrscheinlich war dies gar nicht anders möglich angesichts der turbulenten Monate im Winter 2012/13, als ich den MBO-Vertrag verhandelte, die Finanzierung sicherte, mit dem Team den neuen Verlag aufbaute und – quasi nebenbei – das Magazin weiter herausbrauchte. Aber dennoch: Gab es nicht doch eine Chance, unsere Strategie schon frühzeitiger festzulegen?

2. Zu geringer Fokus auf Firmenkultur

Auch diesen Punkt habe ich unterschätzt. Natürlich wusste ich, wie wichtig das impulse-Team ist. Ohne hervorragende Leute hätte in den MBO niemals gewagt; wir sind ja Anfang 2013 als Team fast geschlossen in die neue GmbH gewechselt (und haben dann noch 15 weitere Kollegen eingestellt). Aber dennoch: Wie wichtig eine herausragende Unternehmenskultur ist – wie man also miteinander umgeht, kommunziert und entscheidet -, hätte mir eigentlich früher klar sein müssen. Irgendwie war es in dieser Gründungsphase verführerischer, sich mit Verve auf Zahlenkolonnen, AGB-Klauseln, Vermarktungskonzepte oder Vertriebsstrategien zu stürzen. Erst nach ein paar Monaten wurde mir klar, dass dabei etwas Grundlegendes aus dem Blick gerät: wie wichtig es ist, die besten Mitarbeiter an sich zu binden, dafür zu sorgen, dass sie in einer guten Umgebung arbeiten können. Heute bin ich davon überzeugt, dass es keinen wichtigeren Erfolgsfaktor gibt als eine herausragende Firmenkultur. Umso mehr ärgert es mich, dass ich dies nicht von Anfang an erkannt habe.

3. Zu später Fokus auf Verkaufen

Der dritte gravierende Punkt ist simpel: Im Business-Plan hatten wir keinerlei Stellen für Verkäufer vorgesehen. Wir waren offenbar davon überzeugt, dass die Kunden uns impulse einfach so aus den Händen reißen würden – was natürlich nicht der Fall war. Wahrscheinlich ließen wir uns davon blenden, dass wir leicht profitabel waren und auch weiterhin journalistische Preise gewannen. Nur: Oft ist der Grat zwischen gesundem Selbstvertrauen und ungesunder Selbstüberschätzung recht schmal. Was wir jetzt tun, Selbstständige und Unternehmer gezielt für die Marke impulse zu begeistern und sie zu unseren Kunden zu machen, hätten wir von Anfang an tun sollen. Qualität allein reicht eben nicht aus, man muss auch mal trommeln – zum Beispiel so: Wie? Sie beziehen impulse noch nicht regelmäßig? Das sollten Sie ändern! http://www.shop.impulse.de

Im Wettbewerb: Einzelkämpfer vs. Männeridole (nackt, schön, reich)

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Okay, die Konkurrenz am Kiosk ist groß: Männer mit entblößter Brust („stark wie nie“), Männer mit strengem Blick („König Joe I.“), Männer mit perfekt sitzender Krawatte („Erfolgstypen“), aber keiner von ihnen ist, soweit ich erkennen kann, ein „Einzelkämpfer“ – so wie 2,5 Millionen Menschen in Deutschland. Ich bin gespannt, wie unser neues Heft, in dem wir unsere Einzelkämpfer-Texte der vergangenen Monate abdrucken, ankommt. Idealerweise werden neue Leser auf uns aufmerksam – und haben künftig, so wie tausende andere, Lust auf Impulse. Auf Facebook sind die Reaktionen bislang nur positiv: „klasse heft. gestern gekauft und fast nicht mehr aus der hand gelegt“, schreibt einer (https://www.facebook.com/impulse). Eigentlich ist es ja verrückt, dass es bislang so wenig Informationen für Alleinunternehmer gibt – auch wenn sie hierzulande die Mehrheit aller Unternehmer darstellen. Also: Noch viel Platz für Impulse.

„Tausche neuen Leser gegen € 290,-„

Die Verschenker, äh.. Verleger sind wieder unterwegs: Der Holtzbrinck-Verlag aus Düsseldorf zumindest sucht immer noch neue Leser und schickt deshalb massenweise Newsletter heraus – mit einer entwaffnenden Betreffzeile:

Betreff: Tausche neuen Leser gegen € 290,- oder das neue iPad Mini 3

Wie praktisch. Ich bin ja nächste Woche zu unserer „Fehlerkonferenz“ (siehe http://www.impulse.de/fehler) in Düsseldorf. Ich stelle mir gerade vor, wie es wohl ankäme, wenn ich dort klingeln, einen Leser abgeben und mir 290 Euro auszahlen ließe, am besten in kleinen Scheinen. Bis November 2015 müsste der arme Leser ausharren, „1 Jahr lesen, danach“ – eigentlich nichts für Unternehmer – „jederzeit kündbar“.

Ich bin verwirrt: Ursprünglich kommt der Begriff des Verlegers ja aus dem Althochdeutschen: „firleggen“ hieß so viel wie „Geld vorlegen“ oder „Kosten vorstrecken“. Jahrhundertelang war der Verleger derjenige, der die Druckkosten übernahm und damit ein unternehmerisches Risiko einging – nämlich das Gedruckte ausreichend zu verkaufen. Im 21. Jahrhundert scheinen Verleger zusätzlich die Ausgaben ihrer Käufer „vorlegen“ zu wollen. Ist womöglich ein geniales Modell – um sich selbst zu ruinieren.

Ohne uns. Bei uns erhalten Sie Impulse nur dann, wenn Sie auch dafür zahlen. 9,90 im Monat, jederzeit kündbar, ohne Fristen. Und nein, Sie müssen dazu keine Kaffeemaschinen entgegenenehmen, keinen Tankgutschein, keine Uhr, kein iPad Mini. Und Sie müssen auch keinen Leser abliefern. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie Lust auf Ideen, Tipps und Kontakte haben (https://shop.impulse.de/impulse-shop/index.jsf).

Wie viel Demut braucht ein erfolgreicher Unternehmer?

Es ist ein fester Termin in meinem Kalender: die alljährliche Feier des „Familienunternehmers des Jahres“. Und immer wieder ist es erstaunlich, wie schnell die Zeit verrinnt, das Jahr vorbeizieht und man mit einem Mal all die bekannten Gesichter wiedersieht. Mehrere hundert Familienunternehmer hatten sich erneut auf Schloss Bensberg eingefunden, tagsüber strömten sie zum Intes-Erfolgsforum (http://www.intes-akademie.de/index.php/vernetzung/unternehmer-erfolgsforum/programm), unter anderem um mit Ex-Linde-Chef Wolfgang Reitzle (der jetzt selbst Unternehmer geworden ist) oder einem Mitglied der italienischen Barilla-Familie zu diskutieren. Abends wurde – das ist Tradition – der „Familienunternehmer des Jahres“ ausgezeichnet; vor elf Jahren hatte einer meiner Vorgänger und Peter May von Intes diesen Preis ins Leben gerufen. Dieses Mal hatte sich die Jury für Stefan Fuchs (siehe Foto unten) entschieden, den Chef des börsennotierten Schmierölkonzerns Fuchs Petrolub (http://www.fuchs-oil.de/; siehe auch http://www.impulse.de/unternehmen/stefan-fuchs-ist-familienunternehmer-des-jahres-2014)

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Nach meiner Laudatio („Fundamentaldaten und Fundamentalwerte“, siehe http://www.impulse.de/unternehmen/laudatio-auf-stefan-fuchs-fundamentaldaten-und-fundamentalwerte) kam er leise, fast schüchtern auf die Bühne, nahm lächelnd die Glückwünsche entgegen, „auch im Namen meines Vaters“, sprach ein paar Dankesworte und blieb bescheiden: Den Spagat zwischen Kapitalmarkt und Familienunternehmen hat der Vorstandschef souverän gemeistert, den Umsatz in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt, den Gewinn mehr als verdreifacht. Und doch war von Triumphgefühlen bei ihm keine Spur.

Wahrscheinlich gibt es ja im Unternehmertum eine (wissenschaftlich noch nicht erforschte) simple Formel: Je erfolgreicher jemand ist, desto größer wird seine Demut.